Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Künstlerisches Projekt BiB-Lab: Schulraum-Labor“ wurden von Architekturstudierenden Gestaltungsvorschläge für Allgemeinbereiche (Aula, Gänge) der vier BiB-Lab Partnerschulen in der Wendstattgasse entwickelt.

Grundlage für die Entwürfe bildeten die im ersten Teil der Lehrveranstaltung gesammelten Erkenntnisse: Während der teilnehmenden Beobachtungen in den Schulen konnten die Studierenden vor Ort Eindrücke von den Räumlichkeiten und deren Nutzung sammeln. In den von Gastprofessorin Beate Weyland geleiteten partizipativen Workshops wurden gemeinsam mit den Pädagog*innen Bedürfnisse identifiziert und Potentiale ausgelotet. Temporäre 1:1-Testsettings in zwei der Partnerschulen ermöglichten schließlich Erkenntnisse hinsichtlich der konkreten räumlichen Auswirkungen verschiedener gestalterischer Interventionen und deren Akzeptanz durch die Nutzenden.

Lehrveranstaltungsleitung: Arch. DI Anja Aichinger DLB | Ass.Prof. Mag.art. Dr.phil. Karin Harather | Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Christian Kühn | Univ.Prof. Dr. Beate Weyland

Studierende: Selma Bico | Barbara Gosztom | Lisa Hollmann | Aurelia Kathan | Angelika Krayer | Sophie Malinowski | Sara Morelli | Saša Alekseja Zepan

Arbeiten:

VELUM
Selma Bico

Das Projekt befindet sich in der VBS Wendstattgasse im 10. Wiener Gemeindebezirk. Die Aula der VBS wird zurzeit nur seitens des Lehrpersonals genutzt. Ziel der Umgestaltung des Aulabereiches ist es, Privatsphäre, Rückzugsorte zum eigenständigen oder gemeinsamen Arbeiten für die Lehrer*innen zu schaffen.

Um die momentan strenge Struktur aufzubrechen, zieht sich eine geschwungene Vorhangsform, der Velum, durch den Raum. Dadurch können unterschiedliche Bereiche je nach Bedarf beliebig zoniert werden.

Die Aula wurde für dieses Konzept in drei Bereiche gegliedert: teamwork area, community space und quiet corner. Diese können durch die Flexibilität des Vorhanges voneinander getrennt oder zueinander geöffnet und miteinander verbunden werden.

Perspektive des Projekts "Velum" von Selma Bico
© Selma Bico
Schema und Axonometrie des Projekts "Velum" von Selma Bico
© Selma Bico
Grundriss und Ansichten des Projekts "Velum" von Selma Bico
© Selma Bico

|IN|VISIBLE: CAVE, OASIS, OPEN AIR CLASSROOM
Barbara Gosztom

Das Projekt beschäftigt sich mit der Schaffung von Rückzugsorten für Kinder, wobei die Kinder für die Pädagog*innen sichtbar bleiben. Es entwickelten sich drei Arten von Interventionen, die an verschiedenen Orten im Schulhof situiert sind. Durch vertikale Lattung aus Thermokiefer entsteht eine durchlässige Abgrenzung mit einem inneren Raum, der eine andere Atmosphäre bietet, um die Kinder in eine andere „Welt“ zu bringen.

Die kleinste Einheit ist für zwei bis drei Personen konzipiert, das Innere schafft dabei durch unterschiedliche Farbgebung Identität. Die CAVES können dezentral im Hof verstreut platziert werden. OASIS ist für Kleingruppen gedacht und daher etwas größer. Im Zentrum steht dabei ein Baum, der wie ein Schirm den Raum abdeckt. Der OPEN AIR CLASSROOM funktioniert wie eine Freiluftklasse oder eine Bühne.

Perspektive des Projekts |IN|VISIBLE: CAVE von Barbara Gosztom
© Barbara Gosztom
Perspektive des Projekts |IN|VISIBLE: OASIS von Barbara Gosztom
© Barbara Gosztom
Perspektive des Projekts |IN|VISIBLE: OPEN AIR CLASSROOM von Barbara Gosztom
© Barbara Gosztom

FLEXECK – Das flexible Sechseck
Lisa Hollmann

Durch das flexible Möbelstück wird der Wunsch nach verschiedenen Aufenthaltsmöglichkeiten erfüllt. Stauraum, Aufenthaltsort und das Einbeziehen in neue Unterrichtsformen wird dadurch ermöglicht. Das modulare System kann beliebig erweitert und adaptiert werden. Verschiedene Dimensionen und Ausführungen sind möglich und erwünscht. Durch verschiedene Polsterungsmöglichkeiten kann das Möbelstück außerdem noch weiter an Qualität gewinnen.

Durch die einfache und kostengünstige Herstellung kann das Möbel ein Schulprojekt werden und gemeinsam mit Schüler*Innen und Lehrer*Innen realisiert werden. Somit kann noch mehr Identität für die Schule erreicht werden.

Perspektive des Projekts "FLEXECK" von Lisa Hollmann
© Lisa Hollmann
Perspektive des Projekts "FLEXECK" von Lisa Hollmann
© Lisa Hollmann
Axonometrie des Projekts "FLEXECK" von Lisa Hollmann
© Lisa Hollmann

unu
Aurelia Kathan

Das Projekt unu definiert eine Um- bzw. Neugestaltung in Form von raumabhängigen und raumunabhängigen Veränderungen der Klassenvorräume in der Wendi-Volksschule. Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, der als Bewegungs-, Aufenthalts- und differenzierter Lernraum genutzt werden kann.

Durch farbliche und materielle Veränderungen, wie beispielsweise Teppichfliesen anstelle kalter, dunkler Terrazzofliesen und heller Naturtöne, verändert sich die Gesamtatmosphäre und der Raum öffnet sich.

Ergänzt wird der Raum mit einer Holz-Möbelkonstruktion, welche Rückzugorte, kleine Verstaumöglichkeiten und ein Begrünungskonzept bietet. Bei dem Möbelentwurf wurde ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass ein Gefühl von Privatsphäre entsteht und gleichzeitig Sichtbeziehungen und Durchblicke gegeben sind.

Axonometrie des Projekts "unu" von Aurelia Kathan
© Aurelia Kathan
Axonometrie des Projekts "unu" von Aurelia Kathan
© Aurelia Kathan
Perspektive des Projekts "unu" von Aurelia Kathan
© Aurelia Kathan

INSELN
Angelika Krayer

Bei dem Projekt Inseln handelt es sich um die Umgestaltung der Aula der Bilingualen Mittelschule in der Wendstattgasse (VBS) durch Möbel. Die Inseln sind organische geformte multifunktionale Möbel aus aufeinandergeschichteten Holzplatten, die zum Arbeiten, Austauschen und Entspannen genutzt werden können.

Orientiert an natürlich vorkommenden Inseln lassen die verschiedenen Höhenlagen und der Steigungswinkel unterschiedliche Nutzungen zu. Es wird durch den Anstiegswinkel ein gemütliches Anlehnen ermöglicht und durch Klippenartige- Überstände Orte zum Arbeiten geschaffen. Die oberste Höhenschicht ermöglicht das „Wachstum“ von Pflanzen. In sie sind Pflanzenkästen integriert die zur Begrünung und Gestaltung der Aula beitragen. Zudem ergeben sich Buchten, die durch den Höhenanstieg verstärkt werden. Sie dienen der Privatheit und schaffen Zonen im Möbel selbst.

Die über den Inseln befindlichen linienförmigen Beleuchtungskörper schaffen eine angenehme Atmosphäre, Teppiche zonieren den Raum zwischen den Inseln.

Axonometrie des Projekts "Inseln" von Angelika Krayer
© Angelika Krayer
Illustration des Projekts "Inseln" von Angelika Krayer
© Angelika Krayer
Illustration des Projekts "Inseln" von Angelika Krayer
© Angelika Krayer

CREATE YOUR SPACE
Sophie Malinowski

Bei dem Projekt CREATE YOUR SPACE handelt es sich um ein modulares Möbelsystem, welches in unterschiedlichen Bereichen von Schulen einsetzbar ist. Der Fokus liegt auf der multifunktionalen Nutzung, die durch unterschiedliche Anordnung der Module ermöglicht wird. Dabei werden Themen wie Gemeinschaft, Rückzug, Stauraum, fokussiertes Arbeiten, Freizeit und Spielen aufgegriffen.

Dieses System ermöglicht es, die Lehrer*innen und Schüler*innen einfach und unkompliziert in den Planungsprozess miteinzubeziehen. Nach der Entwurfsphase wird eine zusammenhängende Landschaft entwickelt und die einzelnen Module zu einer Einheit verschmolzen. Durch die Beschichtung aus Möbellinoleum, wird zusätzlich zu den Bodenspielen und den Wänden Farbe und Lebendigkeit in die Räume gebracht.

Axonometrische Darstellung des Projekts "CREATE YOUR SPACE" von Sophie Malinowski
© Sophie Malinowski
Wandansicht des Projekts "CREATE YOUR SPACE" von Sophie Malinowski
© Sophie Malinowski
Perspektive des Projekts "CREATE YOUR SPACE" von Sophie Malinowski
© Sophie Malinowski

AUDITORIUM
Sara Morelli

Das Projekt Auditorium für die Sportmittelschule kombiniert einen belebten Ort des Redens und Spielens mit einem Rückzugsort zum Chillen oder Lesen und einem Ruheplatz, an dem Schüler*innen konzentriert arbeiten und Lehrer*innen sich zu Elterngesprächen zurückziehen können. Durch die kluge Anordnung der Zonen bleiben dabei gleichzeitig die Wege zwischen Treppen, Buffet und Eingang erhalten.

Neben dem Buffet findet sich die Rede- und Spielzone, die mit größeren Sitznischen, die auch Stauraum bieten, zum gemeinsamen Plaudern einladen und gemeinschaftliche Aktivität mit Tischfußballtischen bieten.
Die Time-Out Zone dämmt mit Gummimatten am Boden Geräusche und Sitzsäcke ermöglichen etwas Privatsphäre. In der Lernzone können flexible Boxen in Smartboards oder Schreibtische für die unterschiedlichsten Bedürfnisse und Anforderungen umgebaut werden.

Perspektive des Projekts "Auditorium" von Sara Morelli
© Sara Morelli
Grundriss des Projekts "Auditorium" von Sara Morelli
© Sara Morelli
Axonometrische Darstellung des Projekts "Auditorium" von Sara Morelli
© Sara Morelli

KREISFÖRMIGE TRIBÜNEN
Saša Alekseja Zepan

Der Grundriss der Aula der WENDI-Volksschule ist sehr lang, deshalb wurde er im vorliegenden Entwurf durch die Anordnung der vorhandenen Möbel und der neuen Installation in mehrere kleinere Bereiche unterteilt.

Jedes Element der KREISFÖRMIGEN TRIBÜNEN ist dabei einerseits ein eigenständiges Element im Raum, das die Bewegung der Kinder fördert und verschiedene Räume ermöglicht, wie einen Spielbereich oder intimere Ecken. Alle Elemente verfügen über integrierte Pflanztröge als raumstrukturierender Sichtschutz. Das mittelhohe Element enthält zudem Stauräume und das höchste Element Vorhänge zur Schaffung von Rückzugsnischen.

Andererseits können alle Elemente ineinander gestellt gemeinsam als geschützter Platz für den Unterricht oder eine kleine Aufführung dienen. Die Höhe der Elemente ermöglicht auch Ausblicke nach draußen und können in Kombination mit einem kreisförmigen Teppich und Sitzsäcken von den Kindern vielfältig genutzt werden. Die Struktur besteht aus Holz und ist auf der Unterseite mit Filz ausgestattet, um den Transport zu erleichtern.

Axonometrische Darstellung des Projekts "Kreisförmige Tribünen" von Saša Zepan
© Saša Zepan
Axonometrische Darstellung des Projekts "Kreisförmige Tribünen" von Saša Zepan
© Saša Zepan
Axonometrische Darstellung des Projekts "Kreisförmige Tribünen" von Saša Zepan
© Saša Zepan